Ü70-Deutschland nimmt langen Anlauf auf die EM in London

Fr. 08.05.2015 - 17:20 -- Hans-Jürgen Fortmüller
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Im Rahmen der Vorbereitung auf die EM im August in der britischen Hauptstadt absolvierte der Stamm der ältesten deutschen Veteranen-Vertretung in diesem Jahr zwei Maßnahmen.

In Güstrow hatte Heinz Käsche vom ATSV Güstrow die Vereinanlage und entsprechende Plätze in der Sportschule des LSB Mecklenburg-Vorpommern reserviert, und dort nahm sie unser rühriger Trainer Dr. Heini Kruse vom 14. bis 16. April unter seine Fittiche. Neben der Überprüfung der körperlichen Verfassung und den technischen und spieltaktischen Übungen gab es auch noch Trainingsspiele gegen eine Berliner Veteranen-Mannschaft. Landesfürst Jürgen Neumann hatte sein Willkommen entboten und sah Trainingsbegegnungen, die wohl doch noch etwas unter der Winterpause „litten“: die Gewöhnung an die frische Luft gelang zum Ende hin allmählich besser und lässt hoffen, dass das Team zu einer guten Einheit zusammenwächst.

Das niederländische Venlo und Viersen/Duisburg waren die kurz darauf folgenden Stationen.

Mit den niederländischen Ü70-Freunden waren für den 28. und 29. April Freundschaftsspiele beim HC Venlo verabredet worden, wo wir auch unsere Zelte aufschlugen. Im ersten der beiden Treffen, dass im Anschluss an ein auf 3 Kunstrasenflächen ablaufendes Zechtigplussers-Turnier mit 10 Mannschaften (!) des KNHB stattfand, waren unsere Gastgeber zu Anfang recht überlegen und gingen folgerichtig auch mit einem Tor in Führung.

In den Viertelpausen korrigierte Trainer Kruse, der nur einen knappen Kader zur Verfügung hatte, das, was nicht so rund lief. So wurde der Spielverlauf ausgeglichener und es blieb bis kurz vor Schluss beim Rückstand von diesem einen Tor. Dann aber brachen wir ein und kassierten noch drei weitere Treffer. Das war recht ärgerlich aber nicht mehr zu ändern.

Viel Mühe gaben sich dann die Ü70 der Niederlande am Abend bei einem großartigen Spargelessen mit musikalischer Umrahmung im großartigen Ambiente eines ehemaligen Gutshofes.

Für das zweite Treffen am folgenden Morgen war der Kader noch dünner aufgestellt. Trotzdem spielten unsere Mannen recht munter mit; statt Wengsche führte Hannemann im Mittelfeld Regie, und wir konnten einen 0:1-Rückstand durch ein tolles Eckentor von Heinz Schwedhelm ausgleichen. Es lief an diesem Tag alles wesentlich besser und harmonischer; die Truppe wirkte eingespielter als bisher. Doch letztlich konnte 1:2-Niederlage nicht verhindert werden, es sei denn, man hätte sich im Vorfeld auf je einen Schiedsrichter von jeder Seite verabredet, was sich vielleicht für die Zukunft empfiehlt. Und wir hatten sogar Zuschauer, die aus Deutschland angereist waren: Zum ersten Spiel Dr. Klaus Bierett, Initiator der deutschen Ü60-Bewegung in 1998, und zum zweiten Spiel den langjährigen Aktiven Edgar Kleinert. Eine kurze Spielunterbrechung entpuppte sich als eine angenehme Überraschung: die holländischen Damen hatten herausgefunden, dass unser Dr. Horst Klönne just an diesem Tag 75 Jahre geworden war und kredenzten dazu Prosecco für alle – bevor der Ball wieder rollen durfte.

Am Nachmittag gab es kein Ausruhen, keine Pause: wir düsten zum Viersener THC, der uns netterweise seine Anlage für eine Trainingseinheit zur Verfügung gestellt hatte, die dort auch unter sehr guten Bedingungen abgehalten werden konnte. Danke für das herzliche Willkommen. Und der letzte Vormittag sah dann – fast – alle wieder beisammen im Club Raffelberg in Duisburg. Dort hatten Susi Wollschläger, Edgar und Horst wieder alles Notwendige vorbereitet, so dass Heini Kruse seinen letzten Programmpunkt durchziehen konnte.

Die Weichen für London sind somit gestellt. Vorher werden aber wohl noch zwei Treffen sein: vom 9. bis 11. 06. in Kassel, und den Abschluss der Vorbereitungen wird dann Hannover bilden.